17. September 2005

Bei Schnee und Nebel durch die Berge

Acht Grafschafter meistern in einer Woche den Berliner Höhenweg

 

Mayrhofen/Nordhorn/gn – Die Tourengruppe des Deutschen (DAV) Alpenvereins, Sektion Osnabrück, hat in diesem Jahr den Berliner Höhenweg in den Zillertaler Alpen erwandert. Es war bereits die fünfte gemeinsame Tour der bergsportbegeisterten Grafschafter. Der Berliner Höhenweg führt in Höhen von 1800 bis 3100 Metern in Tagesetappen von fünf bis zehn Stunden von Hütte zu Hütte.

Treffpunkt für die acht Wanderer war Finkenberg bei Mayrhofen. Über den Hermann-Hecht-Weg ging es hinauf zur Gamshütte auf 1921 Meter. Schon das erste Teilstück zum Friesenberghaus (2498 Meter) war mit neun Stunden Gehzeit eine echte Herausforderung an die Kondition der Teilnehmer. Nicht nur hier waren volle Aufmerksamkeit und Trittsicherheit geboten, denn der Berliner Höhenweg ist oft nur ein schmaler Pfad durch steile Grashänge, latschenbesetzten Fels und fast wegloses Blockwerk.

Am dritten Tag ging es zunächst bergab bis zum Schlegeisspeicher auf 1800 Meter Höhe. Nach sieben Kilometern im Tal führte der Weg wieder bergauf zum 2293 Meter hoch gelegenen Furtschaglhaus. Das nächste Etappenziel sollte die Berliner Hütte sein. Doch machten 50 Zentimeter Neuschnee und dichter Nebel die Überquerung der Schönbichler Scharte (3060 Meter) unmöglich. Die Gruppe kehrte in einer Höhe von 2900 Metern um.

Der zweite Versuch glückte: Bei strahlend blauem Himmel ging es am nächsten Tag in nur zweieinhalb Stunden hinauf bis zur jetzt gut sichtbaren Schönbichler Scharte. Von der benachbarten Bergspitze, dem Schönbichler Horn in 3133 Meter Höhe, erlebten die acht Grafschafter die frisch verschneite Gletscherwelt der Zillertaler Bergriesen. Der Abstieg im Schnee forderte wieder höchste Aufmerksamkeit. Steil und ausgesetzt ging es zum Teil seilversichert hinab. An einigen schmalen mit sulzigem Schnee bedeckten Graten, legten die Bergwanderer vorsichtshalber ein Fixseil.

Nach acht Stunden einschließlich großzügiger Pausen und eines weiteren kurzen Aufstiegs erreichte die Gruppe schließlich die Berliner Hütte auf 2042 Metern. Mit über 180 Betten ist sie mit anderen DAV-Hütten nicht zu vergleichen. Wand- und Deckenvertäfelungen aus Holz, riesige Kronleuchter und mit Läufern ausgelegte Treppenaufgänge und Flure lassen auf den ersten Blick eher ein Berghotel vermuten. Das sonnige Wetter am nächsten Tag erleichterte den Abschied von der komfortablen Hütte.

Mit zügigen Schritten ging es durch das Feldkar hinauf zum Schwarzsee in 2472 Meter Höhe. Die höchste Stelle an diesem Tag war die Mörchnerscharte in 2872 Metern Höhe. Durch die Mörchnerklamm und über endlos scheinenden Kehren führte der Weg 1000 Meter hinab bis zum Talboden der Floite und auf der anderen Seite in steilen Kehren wieder hinauf zur Greizer Hütte auf 2227 Meter, dem vorletzten Etappenziel.

Der vorletzte Tag erschien vielen nach all den Erlebnissen bergsteigerisch einfach: Ging es doch von der Hütte lediglich 500 Meter hinauf zur Lapenscharte (2701 Meter) und danach über das Lapen-, Löffel- und Eiskar auf die andere Seite des Tals zur Kasseler Hütte (2177 Meter). Die herrliche Terrasse und Nachmittagssonne mit wunderbarer Aussicht auf den Großen Löffler (3379 Meter) und die Tribbachspitze (3267 Meter) überzeugte die Gruppe, die einwöchige Wanderung hier abzuschließen.

 

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Datum der letzten Änderung: 19.04.2009 | Ansprechpartner: Eckhard Pietschmann

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